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Mittwoch, 21. August 2013

Ich lebe noch!

... und das ist kein einfaches "Hallo ich bin wieder zurück", sondern durchaus ernst zu nehmen. Zumindest als Hypochonder.

Aber gut, warum war ich eigentlich so lange weg? Erstens: ich war schreibfaul. Ich schreibe schon den ganze Tag im Beruf. Und hatte einfach keine Lust, mich auch Abends noch vor den Bildschirm zu klemmen.

Zweitens: Ich hatte einfach keine Lust mehr. Wer wirklich Tag und Nacht seine Gedanken wälzt, was bei ihm nicht gesund ist, oder sein könnte hat irgendwann keinen Bock mehr, darüber nachzudenken. Ich war verzweifelt, weil ich keine Erklärungen mehr für das gefunden habe, was mein Körper da eigentlich mit mir anstellt. Und hatte keine Lust mehr, darüber weiter nachzudenken.

Außerdem habe ich dank des im Oktober entdeckten Hypophysenadenoms einen wahren Ärztemarathon mit 2x Pille absetzen, 2 weiteren MRTs und literweise Blutentnahmen hinter mir. Das raubt schon genug Zeit, in der man sich mit seiner Gesundheit beschäftigt.

Das heißt natürlich nicht, dass es besser geworden ist. Ganz im Gegenteil - das Kribbeln ist allgegenwärtig. Immernoch der linke Fuß, ab und zu auch mal rechts. Ich war zwischendrin mal wieder bei 2 verschiedenen Neurologen, die natürlich auch keine Erklärung dafür haben. Ganz schlimm war es letzte Woche: Mein Kinn zuckte wie verrückt. Man konnte es sogar richtig sehen! Am Tag später war mein Gesicht rechts halb taub. Meine Diagnose stand sofort fest: Das kann nur eine Facialisparese sein! Also doch MS. Vielleicht ist es aber doch nur verspannt. Also abwarten. Brachte nix - nach einer Woche zum Neuro. Diagnose: Nichts. "Sehen Sie es doch ein, sie haben WIRKLICH keine MS."

Komischerweise war das Kribbeln am nächsten Tag auch dann weg. Ein Wunder? Oder doch nur mal wieder der Beweis, dass alles psychisch ist? Kann sein, denn schließlich habe ich jetzt auch endlich eine (Trommelwirbel...) Psychotherapie (!!!) angefangen. Der letzte Ausweg, ich will ja nicht mein Leben lang kribbeln und mir Sorgen machen müssen. Ich war bisher 3-mal da und kann deshalb noch nicht wirklich viel dazu sagen, werde aber beizeiten Bericht erstatten.

Hier nochmal in Kurzform, was so in den letzten 9 Monaten passiert ist (auf einiges werde ich nochmal ausführlicher zurückkommen):

  • Ich habe seit Januar einen neuen Job (zeitfressend) und bin dafür auch in eine andere Stadt gezogen
  • Kribbeln ist noch da (mittlerweile durchgehend seit Februar)
  • Ich bin 30 geworden
  • Es gibt eine Lösung für das Kribbeln in meiner linken Hand: Mein Fahrradlenker!
  • Ich mache eine Psychotherapie
  • Mich haben liebe E-Mails von Leuten erreicht, denen es genau wie mir geht (Danke!)
  • Ich gehe Joggen (1-2x in der Woche)
  • Das Hypophysenadenom ist noch da aber unter Kontrolle und harmlos
  • Und: Ich habe mir vorgenommen, hier wieder öfter zu schreiben

Dienstag, 16. Oktober 2012

Ab in die Röhre


So, jetzt ist es mal wieder soweit. Die scheiß Augenschmerzen sind wieder da und gehen nicht weg. Ich deshalb heute zum Neurologen, wo ich auch gleich drangekommen bin. War die Vertretung von meinem Doc. Eine sehr nette Frau.

Sie meinte, es sei alles okay, soweit sie das auf den ersten Blick beurteilen kann. Ich kann Farben sehen, habe keinen Bewegungsschmerz beim Augenrollen. Keine Sehnerventzündung, wie von mir befürchtet.

Dann warf sie aber einen Blick in meine Krankenakte mit den Worten "Oh, unter den Gesichtspunkten sieht das aber schon anders aus. Ich würde Sie gerne nochmal zum MRT schicken. Schließlich war ihr Nervenwasser nicht ganz so in Ordnung."

Nicht ganz so in Ordnung? Die letzten Ärzte meinten, das sei alles total unspezifisch und es wären viel zu wenig Zellen da, um das beurteilen zu können. Und jetzt ist es auf einmal "nicht so ganz in Ordnung"?

Na super! Gut, wenigstens hab ich gleich einen MRT-Termin für morgen bekommen -  da muss ich mir nicht lange Sorgen machen. Die in der Praxis sind auch supernett und geben Beruhigungsmittel vorher. Trotzdem hab ich Panik davor, dass etwas herauskommt. Bei den letzten 2 davor war aber auch nix zu erkennen. Also hoffen ...

Habe mir auf jeden Fall fest vorgenommen, dass, wenn bei diesem MRT wieder nichts rauskommen sollte, ich meine Angst vor MS endgültig an den Nagel hängen werde. Komischer Nervenwasserbefund hin oder her.

Wer auch immer das hier liest: Daumen drücken, bitte!

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Experiment: Die "ABER-Spirale"


Das Kribbeln ist mal wieder zurück und dieses Mal scheint es total verrückt zu spielen. Mal kribbelt die rechte Pobacke, dann der linke kleine Finger und seit heute Morgen der linke „Ringzeh“. Dazu kommt ein Druckgefühl auf der rechten Gesichtshälfte bzw. Auge. Meine Sorge ist natürlich gleich zurück. Was kann ich nur tun? Zum Neurologen? Der erzählt mir eh wieder das gleiche.

Ich will es heute mal mit etwas anderem versuchen. Nun ja, da ist also diese Angst vor MS. Alle Ärzte sagen, ich habe sie nicht. Ich habe aber mehr und mehr Symptome, die für mich eindeutig darauf hinweisen. Es ist ein Teufelskreis, aus dem mich auch die Ärzte nicht befreien können. Eine „Aber-Spirale“, welche ungefähr so aussieht:

„Sie weisen keinerlei klinische Symptome auf.“ – „ABER: Das Kribbeln ist doch da und man kann auch ohne klinischen Befund MS haben.“
„Sie haben keine MS, im MRT sind keine Läsionen sichtbar.“ – „ABER: Ich habe Entzündungszeichen im Rückenmark.“

So geht das ewig weiter. Eine Spirale des Pessimismus. Heute will ich Spieß mal umdrehen, weil man es ja auch mal von der anderen Seite sehen könnte. Deshalb kommt jetzt meine „Tabelle des Optimismus“. Ich will damit versuchen, meine negativen Gegenargumente mal auszumerzen.



Mein Angst-Argument

     Es kribbelt am Körper




      Ich habe Entzündungszeichen im Rückenmark

      Mein Auge tut ständig weh, ich habe eine Sehnerventzündung


      Der Arzt meinte, das MRT könnte auch vorhandene Läsionen übersehen haben
      Der Arzt meinte, es bestehe eine Chance zwischen 10-20%, dass man die Diagnose MS einmal stellen wird innerhalb der nächsten 5 Jahre

Das positive ABER

      Es ist an wechselnden Stellen, untypisch für MS. Außerdem: Ich habe kein Lhermitte-Zeichen, Nervenleitgeschwindigkeit ist normal
      Es sind nur einige wenige, die können auch z.B. von früheren Kinderkrankheiten kommen
      Ich habe keine dafür typischen Sehstörungen, außerdem müssen die Schmerzen dabei viel heftiger sein

      Das ist bei 2 MRTs aber unwahrscheinlich

   Es besteht eine Chance von 80-90%, dass dies nicht passieren wird

Freitag, 14. September 2012

Es ist zurück


Es ist mal wieder so weit und kaum zu fassen: Gestern war ich komplett kribbelfrei, nach ca. 2 Wochen Dauerkribbeln. Und heute? Da wache ich auf, und mein linker kleiner und Ringfinger kribbeln wie verrückt. Es tut schon richtig weh. Mittlerweile hat auch der linke Fuß mit eingestimmt, Aber nur so'n bisschen.
Vielleicht hab ich nachts auch nur komisch gelegen und mir den Nerv am Ellenbogen eingeklemmt. Was immer noch nicht den Fuß erklären würde. Ich krieg langsam echt Panik! Wenn das über's Wochenende nicht besser wird, geh ich Montag zum Arzt. Das kann doch nicht von nichts kommen. Und dann ausgerechnet wieder zum Wochenende. Ich hatte mich gestern schon so gefreut, dass es wieder weg war ...

Donnerstag, 13. September 2012

Der Einfluss von Mode auf die Familienplanung

Kann man mit dem Kauf von Umstandsmode eigentlich eine Schwangerschaft heraufbeschwören? Habe gestern beim abendlichen Shoppingbummel ein echt schönes Oberteil gefunden - bei der Umstandsmode! Aber ich mag's ja gern etwas weiter. Wie war das doch gleich mit "je mehr man an etwas denkt, desto eher wird es auch eintreffen"? Nein, so weit ist es dann doch noch nicht. Werde in nächster Zeit vorsichtshalber trotzdem verstärkt nach Störchen Ausschau halten.

Naja, aber immerhin ist Shoppen eine gute Medizin gegen Kribbelkummer. Der ist nämlich fast wie weggeblasen. Und wer in solch einem Galopp durch die Läden sprinten kann, kann nicht wirklich ernsthaft krank sein.

Mittwoch, 12. September 2012

Seitenwechsel - Heute: rechts.

Heute morgen aufgewacht und nix gespürt. Habe mich wohl aber zu früh gefreut. Ne halbe Stunde später kribbelte die rechte Pobacke und eine Stelle am rechten Schienbein. das verteilte sich über den Tag über die komplette rechte Körperhälfte bis zur Taille hoch. Ab und zu auch der gesamte Schulterbereich und ganz selten die linke Hand.
Die Stelle am rechten Schienbein ist am nervigsten, denn immer mal ab und zu verstärkt sich das Kribbeln für einige Sekunden, bevor es dann wieder fast ganz weg ist.
Meinem Auge geht es aber schon wieder besser. Tut fast gar nicht mehr weh.

Außerdem habe ich heute einen extremen Muskelkater vom Joggen gestern. Bin aber stolz auf mich. Konnte mich trotz des schlechten Wetters aufraffen und hab sogar ne große Runde geschafft. Ich werd noch zur echten Sportskanone!

Hab dann zum Mittag mit ner Freundin gequatscht und mich mal wieder ausgeheult (die arme, was die manchmal mitmachen muss). Hat aber gut getan und ich bin auch der Meinung, das Kribbeln ist davon etwas besser geworden.

Ich hasse dieses verdammte Kribbeln!!

Dienstag, 11. September 2012

Wollpullipieksen und Augenschmerzen

Mein erster, richtiger Post. Was soll ich bloß schreiben? Nun ja, dies ist ja ein Tagebuch über meine Ängste. Und da ja meine größte Angst gerade mein Kribbeln ist, werde ich wohl mal darüber schreiben.

Also, das Kribbeln ist nach fast 2-monatiger Pause wieder zurück. Und das ziemlich stark und konfus.
Angefangen hat alles 2 Tage vor dem Wochenende, an dem ich endlich meinen Freund mal wiedersehen konnte, nach langer Zeit. Zuerst nur ein wenig in der linken Hand und linken Fuß, dann auch mal der ganze Arm und auch ab und zu auf der rechten Seite.

Dann hatte ich einige Tage dieses Pieksen am ganzen Körper. Das ist nicht wie das Kribblen, sondern so ein durchgängiges Gefühle wie wenn man einen echt kratzigen Wollpulli anhat. Eigentlich ist es echt auszuhalten.

Kurz nach dem Aufstehen war komischerweise alles gut. 10 Minuten später hatte ich dann ein Kribbeln oberhalb meines Hinterns - ganz leicht -  das war aber ziemlich schnell wieder weg. Was bleibt ist ab und zu ein Kribbeln am linken Handgelenk, am linken großen Onkel und eben dieses Wollpullipieksen am ganzen Körper und Zunge.

Und noch was: Mein rechtes Auge tut wieder weh. Ich weiß nicht wieso. Es ist nicht wirklich hinter dem Auge, sondern eher die Höhle drumherum. Ich kann das Auge auch normal bewegen, ohne dass es wehtut und großartige Sehprobleme habe ich auch nicht. Das Auge fühlt sich eher so an, als wäre die Oberfläche total rau. Augentropfen helfen ein wenig. Ich habe aber auch das Gefühl, als würden die Schmerzen (naja eigentlich ist es eher ein Druckgefühl) in die rechte Gesichtshälfte ausstrahlen. Die Schläfe und Wange ziehen nämlich auch ein wenig. Beim Augenarzt war ich schon, als das Auge das letzte Mal vor ca. einem Monat weh tat. Der meinte aber da wäre nichts. Und ich denke, ne Sehnerventzündung ist auch ein wenig heftiger. Ich versuche mir keine Sorgen zu machen und schwöre auf meine Augentropfen.

Gestern ist übrigens noch ein Paket von DocMorris angekommen. Nichts besonderes. Der übliche Vorrat an Ibuprofen und meine Pille. Dazu, ganz neu, eine Packung Opipram. Ein Antidepressivum. Das hilft mir ein wenig, beim Kribbeln nicht gleich wahnsinnig zu werden. Leider habe ich  vom Metamizol zugenommen. Daher soll ich jetzt mal das ausprobieren. Ich bin mir aber noch nicht ganz sicher, da ich das Meta sonst ganz gut finde und jetzt umstellen wäre vielleicht nicht so doll.